luetke
intro

MEGALOMANIAC's Schreibsklavin Karin hat - von mildem Hundegebell unterbrochen - mit Destruction-Shouter Schmier über alte und neue Zeiten, Verletzung, Neuorientierung, Haarlängen, Pizza und (natürlich!) Musik geplaudert:

Megalomaniac Productions: Seit wann gibt es eigentlich Destruction?

Schmier: Oh, eine ganze Weile. Wir fingen Anfang der 80er an und waren im gleichen Fahrwasser wie Slayer und Kreator. Und der Erfolg kam relativ schnell, weil die Leute damals einfach was Neues hören wollten. Unsere erste richtige LP (Infernal Overkill, 1985) kam schon ein halbes Jahr nach der Mini-LP (Sentence of Death, 1984), und so ging das Schlag auf Schlag. Der Erfolg war eigentlich viel schneller da, als wir das realisieren konnten. Und dann haben wir bis Ende der 90er regelmässig Platten veröffentlicht.

MP: Warum kam es denn zur Trennung? Es gab zwar Destruction noch dem Namen nach, aber ohne dich...

S: Wir haben uns 1987 umformiert, und da kamen durch die zwei neuen Leute Probleme - auch in der musikalischen Auslegung und Richtung. Also haben wir uns dann Ende 1989 getrennt. Ich war damals der Sänger, der Frontmann, das Aushängeschild - aber die Band hat weiter gemacht, ohne mich. Die wollten dadurch mehr Platten verkaufen, aber es ist genau das Gegenteil eingetreten: sie haben damals ihren Plattendeal verloren. Und die Fans konnten es auch nicht verstehen, dass sich die Band so weit weg von ihren Roots entwickelt hat. Das war ja auch der Grund, dass ich damals gehen musste.


lineup

MP: Was hast du denn in der Zwischenzeit gemacht?

S: Ich habe nach meinem Rauswurf ziemlich schnell 'Headhunter' gegründet und mit der Band drei Platten veröffentlicht. Aber es war damals eine schlechte Zeit für Heavy Metal, für unser Art von Musik. Anfang, Mitte der 90er war der absolute Crossover-Boom und wer nicht in einem Song gerappt hat, der hatte verloren. Wir hatten eine kleine Plattenfirma, später dann Major Records und die konnten uns halt nicht richtig promoten. Es ist alles ein bisschen unglücklich gelaufen und irgendwann hatte ich einfach keinen Bock mehr. Mir ist alles dermassen auf den Senkel gegangen, besonders die Heuchlerei in der Szene. Und der Umschwung war auch nicht ganz mein Stil - da habe ich mir gedacht, ich mach' einfach ein Päuschen. Habe mir überlegt, was man ausser Musik noch machen kann und habe dann meinen eigenen Laden aufgemacht. Ich habe da aber schon gewusst, dass ich dafür drei, vier Jahre brauchen werde, weil entweder du machst das eine, oder das andere, aber nicht beides gleichzeitig!

MP: Was hast du für dich persönlich aus dieser ganzen Zeit gelernt?

S: Die wichtigste Erkenntniss war erst einmal, dass es auch andere Sachen als Musik gibt. Die ganzen letzten zehn Jahre bestand mein Leben nur aus Musik, es war also schon wichtig für mich zu lernen, dass es noch ein Leben ohne gibt. Es war vielleicht nicht so doll, aber so zwei Jahre ging es. Erst danach wurde es die Hölle. Ich hatte richtig Entzugserscheinungen. Ich habe das Feeling, die Szene und den Zusammenhalt von früher vermisst. Ich bin damals auch öfter 'mal in normale Discos gegangen und diese künstliche, vordergründig-oberflächliche Szene ist einfach nicht mein Ding. Und die Musik dort war sowieso nicht meine Sache. Ich habe es nicht mehr ausgehalten...

MP: Wie kamt ihr dann wieder zusammen?

S: Es war eigentlich wie nach einer Scheidung damals. Wir haben uns fünf Jahre nicht gesehen, nicht gesprochen, sind uns aus dem Weg gegangen. Aber nach fünf Jahren war dann Gras darüber gewachsen und dann hat man wieder so ein bisschen Kontakte geknüpft. Und da ist dann irgendwie so der zweite Frühling eingetreten. Man hat sich also getroffen und auch gleich wieder gut verstanden. Und das war ja auch die Grundvoraussetzung für die Destruction-Reunion und die LP-Produktion und alles andere jetzt.

MP: Ihr seid jetzt aber nur noch zu dritt...

S: Ja, aber wir waren am Anfang auch nur zu dritt - also bei der Mini-LP und den zwei richtigen Scheiben. Dann haben wir uns eben Verstärkung geholt und danach passierte alles schön nach dem Motto: zu viele Köche verderben den Brei. Deshalb haben wir auch jetzt gesagt: nur zu dritt!!! So Motörhead-mässig, da kann nix schiefgehen.

MP: Wo ist deine musikalische Heimat, deine Wurzeln?

S: Also ich bin schon als Kleinkind immer auf Gitarren abgefahren. Die ersten Sachen, die ich wahrgenommen habe waren AC/DC, Status Quo, Deep Purple und so weiter. Ich bin aber auch immer sehr extrem gewesen. Ich fand ja irgendwann Punk total klasse, weil Punk war schnell, hart und voll gegen die Gesellschaft. Aber irgendwann kam dann Anfang der 80er diese NWOBHM (Anm.: New Wave of British Heavy Metal) die mich sehr beeinflusst hat. Es war diese Mischung aus Punk und englischem Heavy Metal Kram, der mich total angemacht hat. Daraufhin haben wir dann Destruction gegründet und die Musik aus unseren Anfangstagen ist ja auch eine Mischung aus harten Punkklängen und schnellen Gitarrenriffs.

MP: Wie alt bist du denn eigentlich?

S: Tief im Inneren bin ich 18. Aber der äussere Zerfall liegt bei 33. Für die Kids in der Metal-Szenen sind wir ja auch anscheinend die 'Opas'. Aber ich glaube, es war für uns ganz wichtig, dass wir letztes Jahr zurückgekommen sind. Deshalb sind wir noch frisch, weisst du? Wir sind noch keine alten Säcke mit dicken Bäuchen und kurzen Haaren. Sondern wir sind immer noch Leute die beissen können, die tief in der Szene verwurzelt sind und das macht uns stark!

MP: Warum passt eure Musik immer noch? Auch nach so einer "Pause"?

S: Ich glaube, es ist einfach eine Evolutionsgeschichte. Der Erfolg, den wir damals hatten, war aufgebaut auf der Disco-Mantafahrer-Szene. Die Kids wollten damals einfach etwas Neues hören, und diese Disco-Mantafahrer-Scheisse ist ihnen eben irre auf die Zwölf gegangen. Und ich glaube mittlerweile ist es einfach genau wieder diese Situation: sie wollen raus aus diesem Otto-Normalverbrauchertum, aus dieser Technoszene, aus diesem ganzen Kommerzgebollere. Es ist einfach wieder einmal Zeit, ein bisschen anders zu sein. Und da wir gerade davon reden: Ich weiss noch, in den 90ern haben sich meine Kumpels ihre Matten abgeschnitten. Ich habe mir zum Glück meine Haare nie geschnitten - das sind einfach Weicheier für mich, tut mir echt leid. Ich war immer stolz so auszusehen und so zu sein wie ich bin - auch wenn es mir manchmal damit nicht gut ging. Weil ich kenne das schon selber, dass man dafür angespuckt und blöd angemacht wurde. Und deshalb war und ist das einfach eine ganz normale Trotzreaktion gegen die Gesellschaft. Und deshalb ist Heavy Metal auch wieder angesagt heutzutage...

MP: Wie würdest du denn deine Musik heute beschreiben?

S: Schnell, hart, erbarmungslos. Auf jeden Fall nichts für weiche Nerven. Es ist keine Musik, die du so nebenbei rennen lassen kannst. Es ist Musik zum Aggressionen rauslassen, zum Austoben, zum Mitgrölen.

MP: Wie habt ihr euch insgesamt musikalisch weiterentwickelt?

S: Wir sind einfach auch den modernen Spielarten des harten Rocks gegenüber aufgeschlossen. Man verarbeitet sowas dann wahrscheinlich nicht automatisch in der Musik, wir haben schon versucht, die neue Platte sehr 'Old School' zu halten. Dass die Roots noch dabei sind, aber die Sache gut gespielt ist. Wir haben versucht, die Qualitäten der Band aus der Vergangenheit ins neue Jahrtausend mitzunehmen. Also vor allem die Geschwindigkeit - und dafür müssen wir tight spielen, damit dass gut rüberkommt, damit es frisch klingt. Und den Kritiken nach zu schliessen, ist es uns gelungen.

MP: Wie wichtig war dann die Arbeit mit eurem neuen Produzenten Peter Tägtgren (Anm.: Hypocrisy-, Abyss-, und Pain-Mastermind)?

S: Für mich war sie sehr wichtig. Vor allem auch um zu sehen, was so ein junger Mann, der auch aus der ganz harten Ecke kommt, an Sounds und Aufnahmetechniken zu bieten hat. Und nachdem Tägtgren auch ein Destruction-Fan der ersten Stunde war, wusste er, wie die Band ungefähr klingen muss. Es gab also keine Diskussionen, sondern wir haben es einfach gemacht und Peter hat super harmoniert mit uns. Und das war für die Platte sicher sehr, sehr wichtig. Er hat einfach mit uns am gleichen Strang gezogen.

MP: Wie seid ihr denn auf ihn als Produzenten gekommen?

S: Wir haben uns vor einem Jahr auf dem 'With Full Force'-Festival getroffen. Und nachdem er nach unserem Auftritt dort kniend vor mir am Boden lag und mich angepredigt hat "Schmier, bitte lass' mich die neue Destruction produzieren" fand ich das schon ziemlich cool und habe ihn erstmal auf ein Bier eingeladen. Dann haben wir ein bisschen gelabert und haben festgestellt, dass er voll auf unserer Wellenlänge liegt. Er ist halt ein absoluter Metalfreak und ich kenne ja auch seine ganzen Arbeiten. Und so haben wir uns gegenseitig weitergebracht.

MP: Wie lange wart ihr denn im Studio?

S: Wir waren insgesamt dreieinhalb Wochen in Schweden und haben davon so ungefähr drei Wochen in seinem Abyss-Studio aufgenommen. Ein gewagter Schritt, weil dort oben der Alkohol ja so teuer ist. Aber das haben wir von Anfang an mit einberechnet, weil uns Tägtgren einen guten Deal mit seinem Studio gemacht hat. Destruction kommen ja auch nicht jeden Tag zu ihm und er hat uns schon mit dem Preis gelockt, hatte ein ganzes Haus für uns zum Wohnen und so... Aber Alkohol war schon ein erheblicher Kostenfaktor. Es gab ja auch diesen 'Moonshine', diesen heimgebrannten Wodka, der hat so 50 Umdrehungen... Es war echt eine Erfahrung! (lacht)

MP: Wie sieht es denn jetzt bei dir privat aus, seitdem du wieder Vollzeitmusiker bist?

S: Ich muss halt gucken, dass ich auch mein Geschäft mit unter einen Hut bekomme. Es ist nicht einfach, weil ich ganz klar gesagt habe, die Band hat momentan die Priorität und ich bin auch nicht so oft hier. Ich versuche im Moment alles für die Band zu geben. Wir haben ja auch schon, durch die Festivals letztes Jahr, viel Vorarbeit für diese Platte geleistet. Und jetzt gebe ich halt Vollgas, setzte mich Tag und Nacht für die Band ein und hoffe, dass wir dann auch irgendwann die erwünschten Schritte nach vorne gehen können. Jetzt ist das Album draussen und schlussendlich liegt es jetzt an den Fans... Aber es ist klar, im Moment muss meine Freundin, mein ganzer Freundeskreis zurückstecken.

MP: Ihr seid ja mit einer eigenen Homepage im Web. Wie wichtig findest du denn dieses Medium, diesen ganzen Hype um MP3 und so?

S: Also es ist so, dass ich noch vor einem Jahr gesagt hätte "Internet - interessiert mich nicht"! Aber dadurch, dass mein Bruder da ziemlich kompetent ist und mich in diese Sachen involviert hat, habe ich letztes Jahr dann nach den ganzen Sommerfestivals unsere Website gestartet. Erstmal natürlich inoffiziell, und erst seit einigen Wochen sind wir in den wichtigsten Suchmaschinen drin. Und bis jetzt gab es schon 13.000 Leute, die drauf waren. Ich sehe dort auch die internationale Resonanz: von Malaysia, bis Japan, über Russland kommen die Leute ins Gästebuch und bedanken sich, dass die Band wieder da ist. Man sieht einerseits sofort die Reaktionen der Fans und die können andererseits sofort die Topnews bekommen. Aktueller kann es einfach gar nicht sein. Wobei mir diese ganze MP3-Sache natürlich schon Angst macht, die kann ja im Moment keiner mehr kontrollieren. Ich selber finde es nicht cool weil, wenn irgendwann die Bands auf der Strecke bleiben, weil sie kein Geld mehr verdienen, wird es auch keine Musik mehr geben. Das ist also für mich sehr undurchschaubar und ich glaube, die Plattenfirmen wissen selber nicht, wie sie da vorgehen sollen. Es wird halt viel davon abhängen, was da in nächster Zeit geht. Aber es ist halt schwer zu beurteilen, weil ich glaube, dass es im Moment eben keiner wirklich beurteilen kann. Es ist wahrscheinlich so, dass man demnächst auch unsere Platte umsonst aus dem Internet 'runterladen kann. Andererseits sage ich mir, ist eine gekaufte CD mit Booklet wie ein richtig schönes Buch. Du kannst natürlich auch ein Buch kopieren und jede Seite einzeln lesen, aber wenn du halt das fertige Werk vor dir hast, ist das schon viel beeindruckender als diese Wischi-Waschi-Zeug. Für mich als Musiker ist es halt ein sehr zweischneidiges Schwert.

MP: Kannst du denn überhaupt von der Musik leben oder hast du einen Brotjob?

S: Also ich lebe momentan nur von Musik. Ich bin ja auch nicht mehr so oft im Geschäft. Mein Anteil, den ich normalerweise am Geschäft verdiene, den stecke ich jetzt halt in Leute, die dort meine Arbeit machen. Und das Geschäft ist sowas wie eine Art Pizzeria-Bar-Bistro. Es gibt vier verschiedene Bereiche: ein grosses Gartenrestaurant, dann zwei Bereich zum Essen und einen Bereich mit Musikbox und Bar, wo auch harte Musik läuft und sich die kleine Szene hier trifft.

MP: Angeblich - laut Jörg, dem Drummer von Stratovarius - machst du ja die weltbesten Pizzen. Wie sieht deine Lieblingspizza aus?

S: Ja genau, Jörg (Anm.: ehedem Drummer von Headhunter) war einmal einen Tag lang hier und hat mitgeholfen Pizza zu machen. Er hat sich da auch gut angestellt, aber er ist ja auch ein Küchentalent. Und wir haben auch sehr gute Preise, eine Superqualität und alles frisch, jeden Tag. Meine Lieblingspizza ist die "Barracuda Thunfisch á la Chef", meine eigene Kreation. Das ist eine Pizza mit Knoblauch, Thunfisch, Crème fraîche-Klecksen drauf, Oliven, Zwiebeln und drei Käsesorten. Ist seeeeeeehr lecker! (Karin sabbert schon vor Hunger)

MP: Welche Zukunftspläne wälzt Destruction? Du hast erwähnt, ihr wollt in Amerika touren...

S: Also wir machen jetzt Anfang Mai erst einmal die Release-Parties für unser neues Album und danach haben wir ein kleines Päuschen und werden das Set für die kommende Tour proben. Wahrscheinlich fangen wir mit ein paar Festivals im Ausland an, gehen dann im August nach Amerika und im September dann auf Europatour. Wir haben auch schon einige Angebote für X-Mas-Festivals, aber 'mal gucken, was wir dann wirklich alles spielen... Wir haben aber vor, erstmal viel live zu spielen um auch die Leute davon zu überzeugen, dass die Band wirklich etwas taugt. Also dass nicht nur die neue Platte, sondern auch wir live gut sind. Und die Leute haben ja Nachholbedarf. Zehn Jahre waren wir weg vom Fenster und die Szenen ist besser und stärker denn je - das heisst wir haben auch starke Konkurrenz. Aber ich hoffe, dass wir uns bis Ende des Jahres so in der Szene etablieren können, wie wir uns das vorstellen.

MP: Was würde dich, als Projekt, noch richtig reizen?

S: Ich würde tierisch gerne ein Projekt mit anderen Musikern zusammen machen. Mir würde da so ein Band Aid-Projekt vorschweben, mit den coolsten Typen aus dem Metalbereich. Das wäre ein absoluter Kick für mich. Wenn Destruction wirklich erfolgreich sein sollte, dann kann man ja im nächsten Jahr ruhig einmal darüber reden. Ich bin gespannt, ob man sowas durchsetzen könnte. Ich habe schon mit genug Leuten geredet, die wären alle daran interessiert. Ich glaube wir kriegen dann schon die Crème de la crème der deutschen und internationalen Musikszene zusammen. Das wäre auf jeden Fall eine gute Sache.

MP: Würde es dich reizen, jemanden zu covern?

S: Ich habe für Amerika und für Japan Metallica gecovert. Den Song 'Whiplash' von ihrem ersten Album "Kill them all". Ich finde aber, eine Coverversion muss aus dem Herzen herauskommen, da darf man nicht gross überlegen. Wir haben jetzt einige Angebote gehabt, auf diverse Sampler mit Coverversionen draufzukommen, aber wir werden nur eines davon machen. Und das ist Thin Lizzy. Weil Thin Lizzy uns früher auch immer sehr am Herzen lag, in unseren Anfangstagen, bevor die Heavy Metal Welle richtig losging. Und es würde mich richtig anmachen da ein Cover zu machen, das auch uns als Band entspricht. Eine Punkversion wäre auch geil. So GBH, Dead Kennedys oder Exploited...

MP: Auf was für Musik stehst du denn gerade selber?

S: Solange die Gitarren krachen und es ehrliche Musik ist, kann ich mir eigentlich alles anhören! Da gibt es bei mir keine Limitierungen, von modernen, harten Sachen, über Black Metal, zu Thrash. Ich habe gerade alles mögliche in meinem CD-Spieler drin. Lass' mich mal nachdenken... Die neue Alice Cooper, die neue Motörhead - beide noch nicht offiziell draussen. Die letzte Testament läuft auch ständig bei mir...

MP: Und jetzt die einzelnen Tracks der neuen Scheibe im Schnelldurchlauf:

1) Intro Dass ist die Ruhe vor dem Sturm!

2) The Final Curtain Das ist ein Selbstjustiz-Text, den ich geschrieben habe, nachdem so ein Typ mit einem Baseballschläger die ganzen Autos hier vor der Tür zusammengeschlagen hat. Da habe ich gesagt: "Wenn ich den erwische, den bringe ich um." Und darüber habe ich den Text geschrieben und genauso aggressiv ist der Song auch ausgefallen!

3) Machinery Of Lies Darin geht es um das 'Ameisensyndrom' der Menschheit. Dieses 'follow the stream'. Ist eine typische Destruction-Nummer mit Rollercoaster-Geschwindigkeit, hoch - runter, schnell - langsam, sehr aggressiv gehalten.

4) Tears Of Blood Ist eine von diesen 'Old School' Nummern, die eigentlich auch sehr gut ankommen. Die so 'back to the roots' geht, so 'back to the 80ies' vom Thrash her.

5) Devastation Of Your Soul Textlich geht es da um die Konflikte, nachdem man jemanden umgebracht hat, damit aber normalerweise als Mensch nicht leben kann. Und leitet musikalisch das nächste Lied ein:

6) The Butcher Strikes Back Das ist der eigentliche Hit des Albums und der Text ist praktisch eine Hommage an die Fans. Ein Dankeschön, wo man sich die ganzen alten Songtitel noch einmal herholt und sich textlich vor den Fans verneigt, die zehn Jahre lang die Band am Leben erhalten haben, obwohl die eigentlich tot war.

7) World Domination Of Pain Ist ein Song über Nostradamus und philosophische Endzeitgedanken. Eher ein bisschen technischer, ein bisschen kompakter, ein bisschen moderner gehalten. Und sticht aus dem anderen Songmaterial sicher heraus.

8) Extreme Measure Die Ballade des Albums (lacht) sozusagen, die langsamste Nummer der Scheibe. Wir wollten einen Song haben, der einfach ganz anders ist, als der Rest. Er geht schon in diese doomige, moderne Richtung, aber immer noch thrashy und sehr Destruction-like, finde ich.

9) All Hell Breaks Loose Titelsong, längste Nummer, sehr kompakt, viel Riffing. Textlich wird da mehr oder weniger unser Comeback beschrieben. Die bösen Jungs sind zurück und knallen euch einen vor den Latz!

10) Total Desaster Ist ein Remake von dem ersten Song den wir jemals geschrieben haben und war irgendwie immer so ein Kultsong. Hat zufälligerweise den Sprung auf die Platte gefunden - keiner weiss genau warum (lacht). Aber ich finde, er knallt gut und wir haben ihn halt noch in petto gehabt. Ich glaube, die alten Fans werden sich freuen und für die neuen Fans wird es einfach interessant sein zu hören, wie ein alter Song klingt.

11) Visual Prostitution Wie man sich vielleicht denken kann ein Song über diese ganze Prostitution im Fernsehen, über diese ganzen Leute, die sich versuchen in den Talkshows zu etablieren. Und dort die ganze Zeit dummes Zeug labern, was mir tierisch auf die zwölf geht. Big Brother und so. Ich habe mir deswegen ja Premiere World geholt - ich ertrag's nimmer!

12) Kingdom Of Damnation Fängt relativ dezent an und und artet dann in ein brutales Punk-Thrash-Gewitter aus. Ist ein Song darüber, wie man es weit bringt im Leben. So Ellenbogengesellschaft, bescheiss' deinen Nächsten und du wirst es weit bringen. Aber am Ende wirst du trotzdem tief fallen - das ist so die Aussage...

MP: Dann hoffe ich einmal, dass ihr ordentlich abräumt, bedanke mich für das nette Gespräch und gehe jetzt Pizza essen!

S: Ebenfalls. Wir sehen uns in Bochum! Trinken! Jaaaaaaaaaaaa.

© MEGALOMANIAC PRODUCTIONS 2000 | 05

Natürlich haben auch unsere Lieblinge von Destruction ihre eigene Homepage. Für Neuigkeiten und Infos über die Band surft also zu: http://www.destruction.de

Auch auf der Website ihrer Plattenfirma Nuclear Blast findet ihr Wissenswertes, Tourpläne, etc.: http://www. nuclearblast.de


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